Zungenbewegung zur Klangbildung

Als langjährige Gesangsschülerin von Bettina Kühnl habe ich das Glück, die Technik für die Befreiung des Klangs mehr und mehr zu erlernen. Da ich eine große Stimme habe und schnell forciere, wenn ich den Punkt nicht finde, ermöglicht mir die gezielte Zungengrundbewegung eine wesentlich genauere und schönere Klangbildung, die ohne grossen Krafteinsatz entstehen kann. In Verbindung mit der Kieferkontrolle und der entsprechenden Formung des Luftstroms im hinteren Gaumen wird der Kehlkopf hörbar entlastet und die Stimme kann voller durch den Körper klingen. Eine wirklich tolle Erfahrung, die auch Sicherheit gibt, allerdings muss man in Übung bleiben. Ich arbeite als Physiotherapeutin mit einer Zusatzausbildung zur orofazialen Therapie nach Castillo Morales, dadurch ist mir die Zunge vertraut. Interessanterweise erinnert mich die Technik an unsere „primäre Zugenbewegung“, das sind unwillkürliche Bewegungen die von der Zungenwurzel ausgehen und wellenförmig zur Zungenspitze auslaufen und das Saugen vorbereiten. Quasi ein schon früh intrauterin im 3. Lebensmonat entwickeltes Muster, das mit spätestens 5 Jahren wieder abgebaut werden sollte, damit Kauen und Sprechen problemlos funktionieren kann. Für das so komplexe System Singen scheint hier die Zunge in ihrer Primärfunktion eine spannende Schlüsselrolle zu übernehmen und die erst kompliziert erscheinende Gesangstechnik ist dann gar nicht so weit her geholt. Susanne Fleischer-Gelbrich

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